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Diesen Text habe ich vor vier Jahren, also im Alter von 15 geschrieben. Ich hoffe, er gibt euch einen kleinen Einblick in meine Vergangenheit und vielleicht auch in mein Leben heute, auch wenn sich mittlerweile vieles verändert hat und ich einige Dinge anders sehe...

About me


Auf meinen alten Seiten habe ich gezögert, etwas persönliches über mich zu schreiben, da ich Angst hatte, jemand könnte mich aufgrund dessen erkennen. Aber nun glaube ich, dass es an der Zeit ist, mich euch zu öffnen.

Ich weiß nicht, ob das, was ich hier schreibe, überhaupt irgendjemanden nützt und ob ihr euch nach dem Lesen ein besseres Bild von mir machen könnt. Ich habe keine Ahnung, ob es für irgendjemanden sinnvoll ist. Aber ich hoffe es. Ich hoffe es wirklich.


Vergangenheit


Ich weiß nicht, welche Teile meines Lebens es wert sind, hier erzählt zu werden. Ich bin erst 15 und habe dementsprechend noch nicht viel erlebt. Doch es gibt ein paar Dinge, die in meiner Vergangenheit geschehen sind und die meine Persönlichkeit geprägt haben.


Ich will niemandem die Schuld für meine Essstörung oder für andere psychische Probleme geben, wirklich nicht. Das wäre zu einfach. Natürlich gab es einige Faktoren, die dazu beigetragen haben, aber ich weiß, dass ich es auch mir selbst zu verdanken habe, denn ich hätte nicht diesen Weg wählen müssen.


Meine Eltern. Ich glaube, sie spielen in alledem die größte Rolle. Aber ist das nicht normal? Jeder wird doch in seiner Kindheit und in seiner Jugend von seinen Eltern geprägt. Ob im positiven oder im negativen Sinne, sei dahingestellt.

Mein Vater ist Alkoholiker. Seine Sucht hatte, als ich circa 10 Jahre alt war, ihre schlimmste Zeit erreicht. Mein Vater betrank sich jeden Tag und hatte im Internet eine andere Frau kennen gelernt. Meine Mutter wollte sich von ihm trennen und wir suchten uns eine kleine Wohnung. Eines Nachts, ein paar Wochen vor unserem geplantem Auszuges, kam es zu einem heftigen Streit zwischen meinen Eltern, der dazu führte, dass meine Mutter, meine jüngere Schwester und ich um circa halb vier morgens von zu Hause abhauten und erstmal zu unserer Oma zogen. In dieser Nacht wollte mein Vater meine Mutter umbringen. Er ist mit einem Messer auf sie losgegangen. Ihr ist zum Glück nichts passiert, aber fortan lebten wir in ständiger Angst, dass mein Vater seine Drohung, meine Mutter zu finden und schließlich doch noch umzubringen, wahr machte.

Das darauf folgende Jahr habe ich eigentlich in guter Erinnerung. Meine Schwester J. und ich standen in so einem guten Verhältnis zu unserer Mutter wie noch nie. Wir machten viel zusammen und ich glaube, ich war glücklich. Mein Vater hatte zu der Zeit eine kleine Affäre, ich weiß nicht, ob man das „Beziehung“ nennen kann, mit der Frau, die er kennen gelernt hatte.

Aber nach circa einem dreiviertel Jahr näherten sich meine Eltern wieder an und genau ein Jahr nach unserem Auszug zogen wir wieder mit unserem Vater zusammen, in der Hoffnung, er habe sich gebessert...


Heute wissen meine Mutter und ich insgeheim, dass es besser gewesen wäre, wenn sie nicht wieder zusammengekommen wären.

Ich glaube, dies ist der Hauptgrund für alles. Ich weiß nicht, wann es anfing. Irgendwann begann sich alles zu verändern, ich begann mich zu verändern. Ich kann es nicht beschreiben, ich merkte es ja kaum. Und irgendwann stand ich da und nichts mehr war wie früher.

Im Alter von circa 12 Jahren habe ich mich zum ersten Mal selbst verletzt, aber erst im Alter von 14 tat ich es häufiger und schwerer. Im Moment habe ich mich soweit unter Kontrolle, dass ich es schon seit fast einem halben Jahr nicht mehr getan habe, obwohl es mir in letzter Zeit wieder schwerer fällt, es nicht zu tun.

Wenn ich zurückdenke, kann ich den Zeitpunkt, an dem meine ES begann, nicht ausmachen. Ich hatte schon immer ein gestörtes Verhältnis zum Essen. Aber wann er anfing, der bewusste Wunsch, dünn zu sein, der ständige Gang zur Waage,... Ich weiß es nicht.

Mit 13 (oder war es eher?) habe ich mich zum ersten Mal bewusst übergeben. Ich bin nicht bulimisch, denn ich habe es bis jetzt nur selten getan.

Der letzte Sommer war sozusagen die düsterste Zeit meines Lebens. Ich kann nicht sagen, warum es mir so schlecht ging. Ich versank in tiefe Depressionen und zog mich vor allen Menschen zurück. Ich meldete mich über einen Monat nicht bei den meisten meiner Freunde, meidete meine Familie und verbrachte die Tage nur in meinem Zimmer. Ich glaube, dass ich in dieser Zeit ziemlich selbstmordgefährdet war, denn ich wollte nicht mehr leben und wünschte mir nichts sehnlicher, als zu sterben. Ich dachte täglich daran, mich umzubringen, aber irgendwie habe ich mich am Ende doch noch wieder aufgerafft. Ich habe mir dann vorgenommen, einfach weiter zu machen, egal was kommt. Einfach leben... In den nächsten Monaten besserte sich alles ein wenig, aber ich schaffte es immer noch nicht, aus meinen Depressionen heraus zu kommen.

Meine Freunde machten sich riesige Sorgen um mich und tun es auch jetzt noch, aber ich kann nicht mit ihnen reden. Ich kann einfach nicht über meine Gefühle sprechen. Ich habe es mehrmals versucht, aber sie verstehen mich nicht. Sie sind für mich da, klar, aber wie soll ich ihnen etwas begreiflich machen, dass ich selbst nicht verstehe?

Ich wollte in der folgenden Zeit niemanden sehen, dennoch hatte ich panische Angst davor, allein zu sein. Aber ich habe es geschafft und hoffe, dass ich diese Wege, die ich damals gegangen bin, nicht noch einmal gehen muss.

Ich habe an diese Wochen, Monate, keine richtige Erinnerung mehr. Ich weiß nicht, was ich gemacht habe, kann mich an keine konkreten Dinge erinnern. Natürlich bis auf wichtige Ereignisse. Aber der Rest ist weg. Ich müsste zu meiner Familie gehen und fragen, was geschehen ist. Aber ich will ihre Antworten nicht hören. Ich will nicht hören, dass ich diese Monate meines Lebens einfach verschwendet habe. Meine Gedanken waren nur mit Essen, Gewicht, Kalorien, Tod und sterben gefüllt. Und ich war ausgefüllt von einer großen Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit.

Es war kein Platz für andere Eindrücke oder Erinnerungen...


Heute ist einiges anders. Ich habe meinen Lebenswillen wiedergefunden. Mir ist eines klar geworden: Ich will leben. Das mag für einige vielleicht seltsam klingen, viel zu simpel. Aber für mich stand das einige Zeit lang nicht fest. Ich will nun nicht mehr sterben und ich will nicht mehr immer weinen müssen. Es hat sich nun vieles gebessert. Nein, nicht mein Umfeld, sondern meine Einstellung. Es geht mir nun wirklich besser. Ich bin okay. Das habe ich lange Zeit nicht sagen können.

Natürlich gibt es noch Tage, an denen mir alles zu viel wird und mir die Decke auf den Kopf zu fallen scheint. Ich habe oft Angst, wieder in mein altes Muster zurück zu fallen, aber ich gebe mein Bestes, damit dies nicht passiert.

Ich beschäftige mich nun seit einiger Zeit mit der Psychologie und versuche mehr über diese Themen herauszufinden. Dabei habe ich viel gelernt und es hat mir sehr viel geholfen. Ich bin auf einige Leitsätze gestoßen, an die ich mich zu halten versuche.

Zum Beispiel:


>>Wünsch dir nicht die Sterne vom Himmel, wein nicht über vergossene Milch.“


So etwas macht es mir einfacher. Und unterdessen versuche ich einfach zu Leben und die Welt ein bisschen mehr positiv zu sehen.


Vielleicht hört sich das alles nach einer unverbesserlichen Optimistin an. Nein, das bin ich nicht. Keinesfalls. Das alles fällt mir noch immer sehr schwer und ich muss mich oft zwingen, die Hoffnung nicht aufzugeben und nicht alles negativ zu sehen. Zu sagen, es gehe mir gut, wäre zu einfach. Denn so ist es nicht.

Im Moment versuche ich einfach das Beste aus meiner Situation zu machen und meistens gelingt es mir, wenn auch nicht immer.


Auch meine Einstellung zu meiner Essstörung hat sich geändert. Ich weiß jetzt, dass es für mich nicht nur um das Dünnsein geht. Sie ist für mich etwas, was zu mir gehört. Mit ihr fühle ich mich sicher. Ich habe Kontrolle und es gibt mir das gibt mir Sicherheit. Ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll. Ich kann einfach nicht „normal“ sein. Es macht mir Angst. Ich brauche diese Kontrolle, ich brauche etwas, an dem ich mich festhalten kann.


Es gibt mehrere Dinge in meinem Leben, die einfach Stützpunkte für mich sind. Ich brauche eine gewisse Ordnung. Ich schreibe Listen, auf denen steht, was ich zu tun habe. Ich bekomme Panik, wenn ich morgens aufwache und nicht weiß, was an dem Tag zu tun ist. Ich würde mich sonst in der Zeit verlieren. Ich kann nicht einfach ohne eine ständige Kontrolle leben. Ich würde in der Zeit versinken. Ich muss aufschreiben, was ich wann gemacht habe, weil ich kein Zeitgefühl habe. Ich kann nicht sagen, wann ein Ereignis passiert ist. Ich kann nicht einschätzen, ob etwas ein Jahr her ist oder erst eine Woche. Ich glaube, ich würde verrückt werden.


Es kommt mir oft schwer vor, mich zurecht zu finden. Meine Welt verschwimmt zwischen Träumen, Gedanken und der Realität. Und das macht mir Angst. Manchmal kommt mir alles so unwirklich vor, als wenn ich gar nicht da wäre und mein Körper und diese Welt nicht existiert. Ich verschwinde in meinen selbst erschaffenen Welten und weiß nicht, was ich tun soll. Ich fühle mich gefangen.


Ich blicke in den Spiegel und erkenne mich nicht mehr. „Das bin nicht ich.“, denke ich dann. Manchmal kommt mir mein Körper so fremd vor und ich habe das Gefühl verrückt zu werden. Ich will einfach nur schreien oder weinen, nur um zu wissen, dass ich wirklich noch da bin und existiere, lebe. Im Moment geht es eigentlich, früher habe ich mich immer selbst verletzt, um zu wissen, dass ich noch zu meinem Körper gehöre und... ja... das ich noch da bin.


„Ich weiß nicht.“ und „Ich will/kann das alles nicht mehr.“ sind die Sätze, die ich in der letzten Zeit oft geschrieben oder gedacht habe. Aber was will ich denn eigentlich nicht mehr? Will ich „normal“ sein? Wie alle anderen? Wie unsere Gesellschaft?

Nein... Das nicht. Ich weiß es nicht.

„Maybe I'm a little girl who's in the middle of something she doesn't really understand.“




Das war es erstmal. Es kann sein, dass für euch unverständlich ist, was ich geschrieben habe. Vielleicht haltet ihr mich nun für verrückt. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich das. Aber vielleicht sind ja auch einige unter euch, die mich verstehen oder es wenigstens nachvollziehen können, wie ich mich im Moment fühle. Ich hoffe, ich konnte mich euch ein wenig näher bringen und er seht meine Seite ab nun mit anderen Augen.


Ob so oder so, ich danke euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt, diesen Text hier zu lesen.




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